Dein Dirndl ist zu eng und du möchtest es weiter nähen? Wir zeigen dir in diesem Blogbeitrag Schritt für Schritt, wie du dein Lieblingsstück weitest. Denn kein Dirndl sollte zu klein im Schrank hängen!

Vor ganzen zwölf Jahren habe ich mein erstes Dirndl bekommen. Zu meinem 16. Geburtstag. Leider passt es inzwischen nicht mehr wirklich. Es ist mir zu eng und hängt daher ungetragen im Schrank. Viele Frauen kennen das. Die Figur verändert sich und geliebte Kleidungsstücke sitzen nicht mehr perfekt. Das soll sich ab heute ändern! So unglaublich es klingt, ein Dirndl weiter oder enger zu machen, ist weitaus einfacher als gedacht. In der Regel, abhängig von den Nahtzugaben, lässt sich ein Dirndl unkompliziert ein bis zwei Kleidergrößen weiter machen.

Da lohnt sich die Mühe und das heißgeliebte  Kleidungsstück schmachtet nicht länger ungetragen im Schrank. Außerdem sparst du viel Geld für eine Neuanschaffung und hast dadurch Budget, dir zum Beispiel eine neue Schürze zu leisten oder auch eine neue Bluse.

In unserer Rubrik Dirndl DIY findest du übrigens viele weitere hilfreiche Anleitungen rund um das Thema Dirndl ändern und anpassen. Wir zeigen, wie du dein Dirndl kürzt und verraten die wichtigsten Nähtipps rund ums Dirndl nähen und ändern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das 12 Jahre alte Wenger ist noch gut im Schuss. Nur leider zu klein. Daher zeigen wir Schritt für Schritt, wie du ein Dirndl einfach weitest. Im nächsten Schritt werden wir einige Dinge wie Knöpfe und Schürze an dem Dirndl ändern, sodass das aus meinem alten Dirndl wieder ein richtig festliches Gewand wird.

Das brauchst du um dein Dirndl zu weiten

So nähst du dein Dirndl in 12 einfachen Schritten weiter

Schritt 1

In der Regel ist das Dirndloberteil verstürzt. Das bedeutet, du siehst innen im Dirndl keine offenen Nahtzugaben. Das ist eine ziemlich saubere Angelegenheit und Oberstoff und Futter müssen nicht getrennt geweitet werden. Das kannst du komfortabel in einem Arbeitsgang erledigen.

Die Nahtzugaben sind oben unter dem Arm festgenäht – hier sichtbar an den kleinen weißen Stichen -, damit sie zum Beispiel nicht auf eine Seite fallen entweder ins Vorder- oder Rückenteil . Die trennst du mit dem Nahttrenner auf jeder Seite vorsichtig auf.

Schritt 2

Nun die trennst du die Seitennähte des Oberteils auf. Es kann sein, dass dir das Oberteil direkt unter dem Arm noch passt, aber Richtung Taille zu eng ist, dann großzügig nur dort öffnen, wo es nötig ist.

Schritt 3

In unserem Fall ist das ganze Oberteil seitlich aufgetrennt und wenn du das Oberteil weitest, musst du den Rock auch entsprechend weiten.  Du siehst ein Stück der geöffneten Seitennaht. Rechne gut 10 bis 15 cm für das Öffnen der Rocknähte. Wir erklären später, weshalb!

Trenne nun die Verbindungsnaht Oberteil und Rock auch gut 10 – 12 cm an den Seitennähten auf.

Schritt 4

Bügele die geöffneten Nähe sorgfältig, um die alten Kanten weg zu bekommen. Du kannst diese offenen Nähte leicht dämpfen. Nimm ein feuchtes Baumwolltuch oder Küchenhandtuch und bügele die entsprechenden Stellen der Seitennähte. Wenn das Dirndl schon wie unseres gut 12 Jahre jung ist, wirst du wahrscheinlich auch die Farbunterschiede im Stoff leicht sehen oder die ein oder andere Einstichstellen der Nadeln bleiben sichtbar. Gibt dein bestes. In der Regel bist du selbst deine größte Kritikerin!

Schritt 5 

Hier siehst du zur Veranschaulichung noch deutlich die alte Dirndlweite. Daneben ist bereits die gewünschte neue Weite gesteckt. 0,5 cm Nahtzugabe ist das Minimum, knapper sollte die Nahtzugabe nicht sein.

In unserem Fall haben wir jede Seitennaht um einen 1 cm geweitet, macht also insgesamt 4 cm. Wenn du dir das auf einem Zentimetermass deutlich machst, stellst du fest, dass das schon ganz ordentlich ist.

Schritt 6

Du nähst die beiden geänderten Seitennähte des Oberteils.  Zur besseren Erkennung haben wir rotes Nähgarn in die Nähmaschine eingefädelt. Du kannst, wenn du möchtest, diese Naht auch doppelt nähen, denn das Oberteil ist eng, auf der Naht liegt viel Spannung,

Kleine Nähhilfe: Wenn du mit einer Naht auf sehr dicken Stoffen beginnst oder mit mehreren Stoffen (beim Dirndloberteil sind das 4 Stoffe: 2 x Oberstoff und 2 x Futterstoff) dann transportiert die Maschine die ersten Stiche nicht immer gleichmäßig und schön. Ich lege mir immer hinter die zu nähende Naht ein Stück dickeren Stoff, damit der Nähfuß komplett auf Stoff liegt. Wir haben dafür den bunten Kinderstoff mit den Marienkäfer genutzt.

Schritt 7

Wie schon erwähnt, müssen die Seitennähte des Rocks auch um 1 cm in unserem Beispiel geweitet werden.

Du beginnst oben beim Rock mit einem Zentimeter und lässt ganz langsam (daher auch die 10 – 15 cm) diesen einen Zentimeter in die bestehende Rocknaht übergehen oder „hineinlaufen“.  Damit bekommst du keine „Tüten“.  Bei der untersten Stecknadel läuft nun die neue Rocknaht in die bestehende. Und das ist auch der Grund, die Rockseitennaht gut 10 – 15 cm zu öffnen.

Nun nähst du die vorbereiteten Seitennähte, natürlich in farblich passendem Nähgarn. Weiß ist nur zur besseren Darstellung.

Schritt 8

Die neu genähten Seitennähte des Oberteils und des Rocks nochmal bügeln und dann das Oberteil wieder an den Rock stecken.

Beim Dirndloberteil beträgt die Nahtzugabe fast immer 2 – 3 cm und am Rockbund nur gut 1 cm. Das hast du sicher bereits beim Auftrennen bemerkt und auf diesem Bild sehr gut zu sehen. Wenn du sorgfältig gearbeitest hast und alle Teile auf die gleiche cm geweitest hast, passt da Oberteil problemlos wieder an den Rock.

Du kontrollierst beim Stecken, ob sowohl beim Oberteil als auch beim Rockteil die Stecknadeln in der „alten“ Naht stecken. Da verrutscht schnell gern mal was.

Das ist die Ansicht von der Rockseite aus ans Oberteil.

Schritt 9

Das ist die Ansicht des Oberteil an den Rock gesteckt.

Schritt 10

Nun ist das offene Nahtstück zwischen Oberteil und Dirndlrock geschlossen. Ansicht von Dirndloberteil. Das rote Nähgarn ist nur zur besseren Darstellung.

Schritt 11

Die genähte Naht von der anderen Seite aus fotografiert. Hier siehst du nochmal deutlich, dass die Nahtzugabe im Oberteil bedeutet breiter ist als die vom Dirndlrock.

Schritt 12

Hier siehst du deutlich, wie die geweitete Rockseitennaht in die bestehende reinläuft. Das musst du gut bügeln, damit die ursprüngliche Naht bzw. Nahtzugabe nicht mehr als solches  sichtbar ist. Darauf habe ich extra fürs Foto drauf verzichtet.

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